Familie & Jugend

Studie: Nächtliches Alkoholverkaufsverbot ist wirksam

Das nächtliche Alkoholverkaufsverbot zwischen 22.00 und 05.00 Uhr an Tankstellen, in Supermärkten und an Kiosken Baden-Württembergs zeigt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahren offenbar Wirkung.

So stellten Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Hamburg Center of Health Economics (HCHE) eine Verringerung der alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte in dieser Zielgruppe um rund 7 % fest. Besonders stark ausgeprägt war dieser Trend bei jungen Männern. Außerdem mussten seither weniger Personen aufgrund von Körperverletzungsdelikten in Kliniken gebracht werden. Der DStGB hatte bereits vor Jahren das vom Land Baden-Württemberg eingeführte nächtliche Alkoholverkaufsverbot begrüßt und sieht sich darin nun durch die neue Studie bestätigt.

Nachdem sich die alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland in den Jahren 2002 bis 2010 mehr als verdoppelt hatten, reagierte das Land Baden-Württemberg im März 2010 mit einem Alkoholverkaufsverbot: Seitdem dürfen dort zwischen 22.00 und 05.00 Uhr an Tankstellen, Supermärkten und Kiosken keinerlei alkoholische Getränke mehr verkauft werden. Lediglich in Restaurants und Bars ist der Ausschank von Alkohol weiter erlaubt.

Infolge des nächtlichen Alkoholverkaufsverbots ist die Zahl der alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen um sieben Prozent gesunken. Zudem wurden infolge des Verkaufsverbots weniger Personen aufgrund von Körperverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Während die alkoholbedingten Krankenhauseinlieferungen in den anderen Bundesländern anstiegen, erzielte Baden-Württemberg durch das nächtliche Alkoholverkaufsverbot bereits kurzfristig eine Stagnation. Allein in den ersten 22 Monaten nach Inkrafttreten konnten über 700 alkoholbedingte Krankenhauseinlieferungen in Baden-Württemberg vermieden werden.

Laut den Forschern des HCHE und des DIW wäre es auch für andere Bundesländer ein interessanter politischer Ansatz, wenn der Umfang des Alkoholmissbrauchs bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch den erschwerten Zugang zu Alkohol reduziert werden kann. Denn das sogenannte Komasaufen unter Jugendlichen ist für die Betroffenen mit hohen Gesundheitsrisiken verbunden und gesellschaftlich ein Problem.

Jugendliche kaufen seltener Alkohol auf Vorrat und haben in der Regel weniger Geld zur Verfügung, so dass sie Alkohol öfter in Supermärkten und Tankstellen kaufen als Erwachsene, die einfacher auf Kneipen und Restaurants ausweichen können. Daher entfaltet das nächtliche Alkoholverkaufsverbot seine Wirkung laut der Studie nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützt die Alkoholprävention vor Ort und bietet mit der DStGB-Dokumentation Nr. 91 „Alkoholprävention in den Städten und Gemeinden“ hierzu eine praxisorientierte Handreichung an. Diese steht unter der Adressse www.dstgb.de zum kostenlosen Download zur Verfügung.

(Quelle: DStGB-Aktuell 14 vom 2. April 2015)

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