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Statistisches Bundesamt: Personal im öffentlichen Dienst 2015 rückläufig - Zuwachs bei kommunalen Kitas

Das Statistische Bundesamt (Destatis) teilte anlässlich des „Tages der Vereinten Nationen für den öffentlichen Dienst“ am 23. Juni 2016 mit, dass weniger Beschäftigte bei Bund, Ländern und Sozialversicherung bis Mitte 2015 insgesamt zu einem Personalrückgang im öffentlichen Dienst führten.

Mitte 2015 waren rund 4,65 Mio. Beschäftigte im öffentlichen Dienst tätig und damit 7.000 beziehungsweise 0,2 % weniger als ein Jahr zuvor. Die rückläufigen Zahlen wurden jedoch durch den starken Anstieg der Beschäftigten im öffentlichen Dienst im kommunalen Bereich gebremst. Ausgebaut wurde im Jahr 2015 vor allem in kommunalen Tageseinrichtungen für Kinder. Seit Mitte 2008 ist die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich des öffentlichen Dienstes um 44 % gestiegen. Im Landesbereich wurde dagegen im Schulbereich Personal stark abgebaut.

Abbau des Personals im öffentlichen Dienst des Bundes und der Länder 2015

Auf Bundesebene kam es 2015 im Vergleich zum Vorjahr zu einem Personalrückgang um rund 7.100 Personen (-1,4 %) auf rund 489.400 Beschäftigte. Dies lag vor allem an Personaleinsparungen beim Verteidigungsressort und am Rückgang des Bestandes an Beamten der ehemaligen Deutschen Bundesbahn.

Im Landesbereich nahm das Personal um 9.600 (-0,4 %) auf 2.346.900 Beschäftigte ab, was hauptsächlich durch einen Personalabbau im Schulbereich bedingt war. Die Zahl der Beschäftigten bei der Polizei blieb stabil bei 311.000 (+100 Personen oder +0,0 %). Bei der Sozialversicherung kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einer Verringerung der Zahl der Beschäftigten um 1.800 (-0,5 %) auf 369.600 Personen.

Personalanstieg im kommunalen Bereich des öffentlichen Dienstes

Einzig im kommunalen Bereich des öffentlichen Dienstes stieg die Beschäftigtenzahl, und zwar um insgesamt 11.500 Personen (+0,8 %). Mit einem Plus von 5,2 % im Vergleich zum Vorjahr gab es beim Personal an kommunalen Kindertageseinrichtungen einen starken Zuwachs auf rund 197.000 Beschäftigte (+ 9.700 Personen). Seit Mitte 2008 ist die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich des öffentlichen Dienstes stark gestiegen (+44 %).

Überwiegen der Arbeitnehmer gegenüber Beamten

Von den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes insgesamt waren rund 36 % im Beamtenverhältnis oder als Richter/-innen und 60 % als Arbeitnehmer tätig. Berufs- und Zeitsoldaten/-innen stellten die restlichen 4 %. Diese Anteile sind in den verschiedenen staatlichen Ebenen sehr unterschiedlich verteilt: Im Landesbereich war mehr als jeder zweite Beschäftigte verbeamtet (54 %), da hier im personalstarken Schul- und Polizeidienst überwiegend Beamte tätig sind. Im kommunalen Bereich (13 %) und in der Sozialversicherung (9 %) lag der Anteil der Verbeamteten deutlich niedriger. Im Bundesbereich war etwas mehr als jede dritte Person verbeamtet (37 %) und ein vergleichbarer Anteil als Berufs- oder Zeitsoldat tätig (34 %).

Weitere Informationen:

Dr. Alexandros Altis
Tel.: 0611 / 75 41 05
Internet: www.destatis.de/kontakt

Das Ergebnis zeigt deutlich, dass sich der Ausbau des Personals im kommunalen Bereich fortgesetzt hat. Kommunen haben vor allem im Bereich der Kindertagesbetreuung enorme Anstrengungen unternommen, um zusätzliche Erzieher einzustellen. Dies ist nicht nur mit erheblichem Engagement zur Gewinnung des Personals wie mit zahlreichen Maßnahmen des Personalmanagements verbunden. Vielmehr fallen damit erhebliche Personalkosten an, die ein wesentlicher Kostenblock der kommunalen Ausgaben sind. Aus kommunaler Sicht ist entscheidend, dass der öffentliche Dienst auch weiterhin attraktiv bleibt, um weitere Fachkräfte zu gewinnen.

Der Arbeitskräftebedarf in den Kommunen ist groß und wird sich weiter verschärfen. Schon heute fehlt an vielen Stellen Personal und es wird zunehmend schwieriger, Fachkräfte zu gewinnen. Diese Situation verschärft sich durch die wachsende Zahl an Flüchtlingskindern. Die Aufnahme und Integration der Kinder erfordert zwingend zusätzliche Plätze und zusätzliches Personal in Kitas und Schulen. Hieran fehlt es jedoch deutlich. Allein im Kita-Bereich wird von mindestens 80.000 zusätzlichen Plätzen und zusätzlichem Personal von bis zu 20.000 Erzieher ausgegangen. Kurzfristig beträgt der Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften mindestens 25.000 Stellen.

Der DStGB erwartet von Bund und Ländern ein Maßnahmenbündel zur Gewinnung und Finanzierung des notwendigen Personals und zur Schaffung der zusätzlichen Räume. Zudem müssen alle vorhandenen Möglichkeiten zur Gewinnung von geeignetem Personal ausgeschöpft werden.

Quelle: DStGB-Aktuell 2516 vom 24. Juni 2016

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Claudia Zempel
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