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Deutscher Präventionstag - Kosten-Nutzen-Analyse von Kriminalprävention

Am 8./9. Juni 2015 tagte in Frankfurt/M der Deutsche Präventionstag, der europaweit größte Kongress für Kriminal-prävention. Zentrales Thema des Kongresses waren 2015 systematische Kosten-Nutzen-Analysen mit Blick auf die Kriminalprävention.

Diese sollen die These bestätigen, dass Kriminalprävention sich rechnet. Während in der angelsächsischen Welt solche Analysen zur Beurteilung von Präventionsprogrammen bereits seit Jahrzehnten verwendet werden, sind sie in Deutschland fast gar nicht vorhanden. Vortragende wie die Kriminologin Dr. Wiebke Steffen traten dafür ein, dass die ökonomische Betrachtung der Prävention einen wichtigen Beitrag zum Verständnis, aber auch zur Begründung der Prävention leisten könne.

Die Kosten-Nutzen-Analysen müssten allerdings in eine breite gesellschaftspolitische und ethische Diskussion darüber eingebunden werden, was unter „Kriminalprävention rechnet sich“ verstanden wird.

Zum Abschluss des 20. Deutschen Präventionstages wurde in Frankfurt zu diesem Thema eine „Frankfurter Erklärung“ verabschiedet. Diese „Frankfurter Erklärung“ führt zu folgenden Gliederungspunkten näher aus:

  • Die ökonomische Analyse der Kosten und des Nutzens von Prävention: Nachholbedarf in Deutschland
  • Kosten-Nutzen-Analysen sind ein Beitrag zu einer evidenzbasierten Präventionspolitik
  • Kosten-Nutzen-Analysen können politische Entscheidungen befördern, aber nicht begründen.
  • Zur Notwendigkeit eines Ethikdiskurses in der Prävention vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen und Tendenzen
  • Der Deutsche Präventionstag unterstützt weiterhin die Einrichtung eines Nationalen Zentrums für Kriminalprävention

Die „Frankfurter Erklärung“ basiert auf dem Gutachten „Kosten und Nutzen von Prävention in der ökonomischen Analyse“, das der Wirtschaftswissenschaftler Professor Stephan L. Thomsen im Auftrag des Deutschen Präventionstags erstellt hat. Das Gutachten und die Frankfurter Erklärung sind erhältlich unter www.praeventionstag.de.

 (Quelle: DStGB-Aktuell 24 vom 12. Juni 2015)

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Claudia Zempel
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