Inneres

Pilotprojekt gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein leben rund 75.000 freilebende Katzen. Die frei lebenden Katzen werden auf der Suche nach Nahrung nicht immer fündig, ein Teil der Tiere ist krank oder verletzt. Gleichwohl sorgen diese Katzen für Nachwuchs und werden dabei häufig von freilaufenden Katzen privater Halter unterstützt. Viele der jungen Katzen werden krank geboren und leiden unter Mangelernährung, Parasitenbefall und Infektionen.

Kommunen, Land, Tierschutzverbände und Tierärzteschaft rufen daher in der gemeinsamen Aktion "Pilotprojekt gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein" zur Kastration von Katzen auf. In einer Vereinbarung haben sich die Partner im Oktober 2014 darauf verständigt, in drei Aktionszeiträumen bis zum Herbst 2015 die Kastration von Katzen in Schleswig-Holstein in einem Pilotprojekt voranzutreiben.

Mit dem landesweit einheitlichen, gemeinsamen Vorgehen möchten wir eine Veränderung im Bewusstsein der Menschen anstoßen und Sie als Halterin oder Halter eines Tieres dafür gewinnen, Ihre Katze kastrieren zu lassen. Ziel sind landesweit 5.000 kastrierte, mit Mikrochip gekennzeichnete und in einer Datenbank erfasste weibliche Katzen im ersten Jahr. Langfristig geht es darum,

  • weniger Katzen-Hotspots, also weniger Populationen freilebender Katzen im Lande, zu haben und damit das Elend der dort lebenden Tiere zu reduzieren,
  • weniger vermeintliche Fundtiere zu haben, die in Tierheime gebracht werden,
  • die Kosten der Tierschutzvereine und der Kommunen zu reduzieren, die ihnen durch freilebende Katzen entstehen sowie
  • etwaige negative Auswirkungen auf Vögel und Kleintiere zu verringern.

 Partner des Pilotprojektes gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein sind:

  • Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein
  • Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag
  • Städteverband Schleswig-Holstein
  • Schleswig-Holsteinischer Landkreistag
  • Deutscher Tierschutzbund, Landesverband Schleswig-Holstein e. V.
  • Landestierschutzverband Schleswig-Holstein e. V.
  • Tierärztekammer Schleswig-Holstein

In festgelegten Aktionszeiträumen wird das Kastrieren von Katzen (einschl. Chippen und Erfassen in einer Datenbank) finanziell aus dem Fonds "Pilotprojekt gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein" unterstützt – und zwar so lange, wie Mittel im Fonds zur Verfügung stehen. Derzeit stehen in dem Fonds rund 150.000 € für die Kastration von Katzen bereit. Es ist beabsichtigt, weitere Mittel für den Fonds einzuwerben, beispielsweise von den Kommunen und aus Bingo Lotto. Außerdem sind Privatspenderinnen und –spender aufgerufen, sich – gleich in welcher Höhe – ebenfalls an dem Projekt zu beteiligen. Dafür wurde ein Sonderkonto bei der Tierärztekammer Schleswig-Holstein eingerichtet:

Sonderkonto für private Spenden:
Kontobezeichnung: Pilotprojekt Katzenelend S-H
Konto: 33200558
BLZ: 218 604 18
IBAN DE61 2186 0418 0033 2005 58
BIC GENODEF1RHE

Das Projekt richtet sich an Tierhalterinnen und Tierhalter sowie Tierschutzvereine in Schleswig-Holstein und bezieht ausschließlich Katzen aus Schleswig-Holstein ein, die hier im Lande zu einem Tierarzt oder einer Tierärztin gebracht werden.

Dies sind die Aktionszeiträume:

  • Probelaufaktion:         15. Oktober bis 14. November 2014
  • Frühjahrsaktion:         15. Februar bis 31. März 2015
  • Herbstaktion:              1. bis 30. September 2015

Die Kastration einer weiblichen Katze (einschl. Chippen und Erfassen des Tieres in einer Datenbank) kostet normalerweise etwa 125 €. Für einen Kater betragen die Kosten rund 75 €. In den Aktionszeiträumen reduzieren sich die Kosten, denn im Pilotprojekt gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein sind folgende Formen der Unterstützung vorgesehen:

Die Tierärztinnen und Tierärzte verzichten während der Laufzeit der Aktionszeiträume auf 25 € ihres Honorars je Kastration. Für die verbleibenden Kosten sind drei Fallgruppen denkbar, die – solange Mittel im Fonds zur Verfügung stehen, finanziell unterstützt werden:

  • Freilebende Katzen

Es erfolgt eine Kostenübernahme aus dem Fonds in voller Höhe der nach Abzug des Honorarverzichts der Tierärzte verbleibenden Kosten für freilebende weibliche und männliche Katzen, die z.B. von einem Tierschutzverein zur Tierärztin bzw. zum Tierarzt gebracht werden.

Restkosten für Tierheim bzw. Tierschutzverein: 0 €

  • Katzen von Empfängern existenzsichernder Leistungen

Es erfolgt eine Kostenübernahme aus dem Fonds in voller Höhe der nach Abzug des Honorarverzichts der Tierärzte verbleibenden Kosten für weibliche und männliche Katzen von Eigentümerinnen bzw. Eigentümern, die ihrer Tierärztin oder ihrem Tierarzt einen aktuell gültigen Bescheid über den Bezug von Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II bzw. XII oder Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII vorlegen.

Restkosten für Tierhalterinnen und Tierhalter: 0 €

  • Übrige Katzen aus Privathaushalten

Es wird ein Zuschuss aus dem Fonds in Höhe von 25 € auf die nach Abzug des Honorarverzichts der Tierärzte verbleibenden Kosten für alle anderen weiblichen Katzen gezahlt. Da die Kosten der Kastration einer weiblichen Katze etwa doppelt so hoch sind wie für einen Kater, gibt es diesen zusätzlichen finanziellen Anreiz nur für weibliche Tiere. Wir hoffen auf das Verständnis der Halterinnen und Halter. Bitte lassen Sie trotzdem auch Ihren Kater kastrieren!

Restkosten für Tierhalter/innen:
-  weibliche Tiere:   75 €
-  männliche Tiere:  50 €

Das Pilotprojekt gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein ist Deutschland weit in dieser Form einmalig. Es baut auf Erfahrungen mit einem Modellprojekt im  Kreis Nordfriesland auf, bezieht aber zusätzlich freilebende Katzen und die Katzen von Empfängern existenzsichernder Leistungen ein und fokussiert diese beiden Gruppen stärker.

Die Partner des Pilotprojektes denken, dass dies der richtige Weg ist, um die Problematik großer Populationen freilebender Katzen in Schleswig-Holstein anzugehen. Ob es tatsächlich funktioniert, muss die Praxis zeigen. Deshalb werden insbesondere der Stand der finanziellen Mittel im Fonds und das Geschehen in den Aktionszeiträumen besonders beobachtet. Das Projekt soll stufenweise weiterentwickelt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, das gesamte Projekt nach Ablauf der drei geplanten Aktionszeiträume kritisch zu beleuchten, bevor entschieden wird, wie es mit dem Fonds langfristig weitergehen soll.

Der Städteverband Schleswig-Holstein wird das Thema und die Umsetzung des Pilotprojektes sehr intensiv mit den Fachleuten des Verbandsbereichs begleiten und diskutieren. Zur finanziellen Beteiligung der Kommunen haben die kommunalen Landesverbände gemeinsam einen Antrag über die Stadt Geesthacht auf Sonderbedarfszuweisung nach § 17 FAG gestellt. Damit entstehen den Mitgliedern im ersten Schritt keine Kosten!

Wir bitten an dieser Stelle um ausdrückliche Unterstützung und Bewerbung des Pilotprojektes in Ihrem Zuständigkeitsbereich. Wir hoffen, dass damit ein Weg aufgezeigt werden kann, mit dem in Schleswig-Holstein das Katzenelend verringert wird und die Kosten der Städte und Gemeinden für die Unterbringung von Katzen in Tierheimen nachhaltig verringert werden können.

Weitere Informationen: www.gegenkatzenelend.schleswig-holstein.de

Ansprechpartnerin

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Claudia Zempel
Dezernentin
- Dezernat 4 -

Telefon: 0431/570050-63

e-Mail:
claudia.zempel@
staedteverband-sh.de

 

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