Europa

Europas Kulturerbe online

Die EU-Kommission hat zwei Berichte vorgelegt, in denen sie eine stärkere staatliche Förderung von Diensten zur Digitalisierung des Kulturerbes fordert.

Unter dem Slogan „Kulturgüter online“ soll Europas Kulturerbe vermehrt zugänglich gemacht und bewahrt werden. Der erste Bericht bezieht sich auf Kulturgüter im klassischen Sinne, der zweite auf die Bewahrung des Filmerbes. Ziel der EU-Politik ist, dass das „digitalisierte Kulturgut eine reiche allgemein zugängliche, kostenfreie Quelle zur Entwicklung von Kultur- und Bildungsinhalten, Dokumentarfilmen, Tourismusanwendungen, Spielen, Animationen und Entwurfswerkzeugen werden soll.“ Volkswirtschaftlich soll diese Digitalisierung der Kreativwirtschaft zu einem Wachstum über die gegenwärtigen 4 % des BIP in Europa hinaus verhelfen.

Die Kommission selbst hat im Rahmen ihres Projektes Europeana (digitale Bibliothek, digitales Museum und digitales Archiv der EU), bereits 33 Mio. Objekte aus vielen Museen und Bibliotheken Europas gesammelt. Es ist damit die größte und bedeutendste digitale Kultursammlung der Welt. So hat z. B. das spanische Museum Thyssen-Bornemisza in Madrid sich bereit erklärt, seine Meisterwerke über Europeana zugänglich zu machen.

Hintergrund:

Der erste Bericht zu den Kulturgütern im klassischen Sinn weist darauf hin, dass nur ein Bruchteil der europäischen Sammlungen bereits digitalisiert ist (durchschnittlich ca. 12 % der Bibliotheken und weniger als 3 % der Filme).Der zweite Bericht zeigt Probleme bei der Digitalisierung und beim Online-Zugang im Filmbereich auf, wie etwa die mangelnde Finanzierung. So werden von 100 €, die die öffentliche Hand bereitstellt, 97 € in die Herstellung neuer Filme und lediglich 3 € in die Bewahrung und Digitalisierung dieser Filme investiert. Das schwedische Projekt „Digisam“, das die Digitalisierungstätigkeit vieler Kultureinrichtungen in Schweden koordiniert, kann übrigens als Beispiel für die gute Einbeziehung kommunaler Bibliotheken dienen. Betrachtet man die o. g. Zahlen genauer, so kann man davon ausgehen, dass eine Erhöhung der Digitalisierung nur dann erreicht werden kann, wenn die oft qualitativ sehr wertvollen kommunal verwalteten Kulturgüter in das Europeana Projekt stärker mit einbezogen werden.

Was die Finanzen betrifft, so setzt sich die Kommission für einen breiteren, systematischeren Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds zur Kofinanzierung von Digitalisierungstätigkeiten im Rahmen von Projekten mit positiven Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft ein.

Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/digital-agenda/en/europeana-european-digital-library-all

(Quelle: DStGB-Aktuell 4114 vom 10.10.2014)

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Claudia Zempel
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