Bildung

Nutzung von Filmen an Schulen – Angebot von Schirmlizenzen für die Aufführung von Filmwerken an Schulen seitens der MPLC Deutschland GmbH

Vom Deutschen Städtetag hat der Städteverband Schleswig-Holstein die Information erhalten, dass sich die Motion Picture Licensing Company (MPLC) Deutschland GmbH (Weiterstadt) bundesweit verstärkt an Schulen, insbesondere Gymnasien, wendet bzw. dies beabsichtigt, um diese aufzufordern, sogenannte Schirmlizenzen zur Nutzung von Filmwerken abzuschließen, deren Urheber MPLC vertritt.

Der Deutsche Städtetag informiert hierzu weiter wie folgt:

"Ein ähnliches Vorgehen seitens der MPLC fand bereits vor ca. zwei Jahren statt. Da die Kommunen als Sachaufwandsträger der Schulen von diesen angesprochen werden, wie das Angebot von MPLC zu beurteilen ist, hat die Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Städtetages dieses Angebot damals geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass – losgelöst von einer Bewertung des Angebotes der Firma MPLC - der Abschluss einer umfassenden Lizenzvereinbarung der Hauptgeschäftsstelle nicht erforderlich erscheint. An dieser Einschätzung halten wir weiterhin fest und möchten – wie bereits im Schreiben vom 10.02.2011 – darauf hinweisen, dass für den Schulunterricht qualitativ hochwertige Medien, die mit der erforderlichen Lizenz ausgestattet sind, bei den Bildstellen und Medienzentren ausgeliehen werden können.

Zur Beurteilung der urheberrechtlichen Frage, ob das Vorführen von Filmen von privat erworbenen oder entliehenen Medien in Schulen ohne ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers und vergütungsfrei abgespielt werden dürfen, richtet sich u. E. bei Vorführungen im Klassenverband nach § 15 Abs. 2, 3 UrhG und nur bei klassenverbandsübergreifenden Vorführungen nach § 52 Abs. 3 UrhG. Dies bedeutet nach Einschätzung der Hauptgeschäftsstelle, dass die Vorführung von Filmen im Klassenverband keine öffentliche Widergabe im Sinne von § 15 Abs. 2 und 3 UrhG darstellt und daher lizenzfrei möglich ist. Bei klassenverbandsübergreifenden Vorführungen ist allerdings die Einwilligung des Berechtigten und damit der Erwerb einer entsprechenden Lizenz notwendig. Schulen, die im Rahmen von klassenverbandsübergreifenden Veranstaltungen Filme vorführen wollen, müssten also bei den Berechtigten um eine entsprechende Erlaubnis nachsuchen.

In der einzelnen Schule dürfte es sich nach Einschätzung der Hauptgeschäftsstelle indes nur um Einzelfälle handeln, in denen die klassenverbandsübergreifende Schulvorführung eines einschlägigen Werkes erforderlich wird. Vor diesem Hintergrund dürfte der Erwerb einer umfassenden Schirmlizenz wie sie von der MPLC angeboten werden, in der Regel nicht angezeigt sein.“

Ansprechpartnerin

Marion Marx
Stellvertretende Geschäftsführerin
- Dezernat 3 -

Telefon: 0431/570050-64

e-Mail:
marion.marx@
staedteverband-sh.de

Termine